|
Obstbäume und Beerensträucher, die im Herbst oder jetzt im Frühjahr gepflanzt wurden, erhalten einen Rückschnitt, damit sie kräftig austreiben können. Dieser Pflanzschnitt muß überlegt vorgenommen werden. Er bestimmt die Entwicklung der Gehölze für lange Jahre. Steilstehende Leittriebe werden gespreizt und die Saftwaage richtet sich nach dem schwächsten Leittrieb.
Schwachwachsende Formen, z.B. junge Spindelbüsche sollten mindestens vier mittelkräftige Zweige haben, die mit Bändern oder Gewichten waagerecht gestellt werden, damit sich Blütenknospen bilden können. Diese Zweige werden nicht angeschnitten, nur der Mitteltrieb. Bei älteren Obstgehölzen werden die kranken und trockenen Zweige entfernt, damit sich beim Austrieb Pilzkrankheiten weniger verbreiten. Mit den ersten Aussaaten unter Glas oder Folie kann begonnen werden. Es eignen sich Spinat, Rettich, Pastinaken auch Radies und Möhren (Frühsorten). Feldsalat und Winterportulak bleiben weiterhin abgedeckt. Seltene Gemüsesorten, z.B. gelbe Zucchini oder weiße Gurken können am Fensterbrett ausgesät werden. Diese Form der Anzucht ist dann interessant, wenn Arten und Sorten als Jungpflanzen nicht angeboten werden.
Ziergehölze können noch gepflanzt werden, insbesondere empfindliche Arten wie Magnolien oder Hortensien. Bei ballenloser Ware muß der Wurzelschnitt beachtet werden. Bei Ballenware ist darauf zu achten, dass mit dem Setzen des Stützpfahles der Ballen nicht beschädigt wird. Der Knoten des Ballentuches sollte gelöst und das Ballentuch aufgeklappt werden, ehe das Pflanzloch mit Erde verfüllt wird. Stark durchwurzelte Zimmerpflanzen werden jetzt umgetopft, denn bei längerem Tageslicht hört die Winterruhe auf und das Wachstum beginnt. Pflanzen die bereits Blütenknospen angesetzt haben oder sogar blühen, werden nach der Blüte umgetopft. Verfilzte Wurzelballen werden gelockert, faule und abgestorbene Wurzeln werden entfernt.
Meinhardt Schlich
Stauden für den Schatten
Die Herbst- oder Japananemonen
Anemone hupehensis und Anemone japonica bevorzugen einen nicht so nasskalten Boden und entwickeln sich am geschützten Standort recht üppig. Sie zählen zu den sommer- und herbstblühenden Stauden, die sich sehr gut als Schnittblume eignen. Bereits im 17. Jahrhundert wurden die Herbstanemonen in Japan kultiviert, 1844 kamen sie über China nach Europa und werden heute überwiegend als Japonicahybriden angeboten.
Bewährte Standardsorten seit 1858 Honerine Jobert weiß 120 cm hoch, 1898 Königin Charlotte silbrigrosa 100 cm hoch und 1902 Prinz Heinrich purpurrot 80 cm hoch.
Die Japananemonen wachsen am besten im Halbschatten und kommen vor Gehölzen angeordnet sehr gut zur Wirkung. Sie bevorzugen einen humosen Lehmboden und sind im ersten Jahr nach der Pflanzung dankbar für einen Winterschutz. Bei zu dichter Pflanzung und im Traufbereich größerer Bäume sind sie anfällig für Älchen. Vermehrung im Hobbybereich durch Teilung.
Meinhardt Schlich
Diese Veröffentlichung aus dem Haus und Garten Jahrbuch 2001 erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Landesverbands der Gartenfreunde Baden-Württemberg e.V.
|