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Mit dem Winterschnitt im Obstgarten kann bei milder Witterung begonnen werden. Hierzu zählt auch das Einkürzen der Himbeerruten. Beim Spalierobst werden die letztjährigen Triebe über 20 cm Länge entfernt, damit zunächst genügend Licht an das Fruchtholz und später an die Früchte kommt. Grundsätzlich werden die Bäume mit Rundkrone nur ausgelichtet und nicht wie häufig noch zu sehen, jeder Trieb auf wenige Knospen zurückgenommen.
Wer Ende April, Anfang Mai Obstbäume umpfropfen möchte, kann sich noch Edelreiser besorgen ? kühl, feucht und dunkel lagern. Sie dürfen weder austrocknen noch antreiben, will man später Erfolg haben.
Der Einkauf von hochwertigem Saatgut für den Gemüsegarten macht sich in der Regel bezahlt. Preiswerte Angebote sind nicht immer billiger, oft sind dies Sorten die bei den Erwerbsgärtnern wegen ihrer Krankheitsanfälligkeit nicht mehr verwendet werden. Bei Blattsalaten, hierzu zählt auch der Feldsalat, gibt es z.B. Sorten, die gegen den echten Mehltau oder Gurken, die gegen den falschen Mehltau resistent sind. Dunkelkörnige Bohnen sind meist gegen die Brennfleckenkrankheit resistent und beim Chinakohl gibt es Sorten, die bei Kohlhernie weniger anfällig sind.
Im Ziergarten kann bei frostfreiem Boden jederzeit gepflanzt werden, vorausgesetzt die Baumschulen haben mit dem Verkauf begonnen. Sehr wichtig ist, dass beim Pflanzeneinkauf die Größenentwicklung der Pflanzen beachtet wird, sonst ist, wie immer wieder festgestellt werden muss, in wenigen Jahren ein Verstümmelungsschnitt die Folge.
Bekommen Zimmerpflanzen braune Blattspitzen, so ist dies auf die trockene Luft in geheizten Räumen zurückzuführen. Hier können Wasserverdunstungsgeräte oder gelegentliches Besprühen Abhilfe schaffen. Auch sorgen wassergefüllte Behälter am Heizkörper für feuchte Luft.
Meinhardt Schlich
Stauden für den Schatten
Der Frauenmantel, Alchemilla mollis gehört zu den großblättrigen Arten dieser Gattung. Er eignet sich für den Gehölzrand und zwischen lichtem Gehölz. Ebenso als niedere Bepflanzung vor höheren Stauden am sonnigen Standort. Ein gleichmäßig feuchter, humoser Lehmboden ist eine gute Voraussetzung für seine Entwicklung. Dort wo er sich wohlfühlt, verbreitet er sich durch Selbstaussaat.
Im Garten wird er überwiegend durch Teilung vermehrt, da die verblühten Blumen in der Regel abgeschnitten werden. Hier spricht man auch von einem Remontierschnitt, der kurz über dem Boden vorgenommen wird. Dieser Schnitt nach der Blüte bewirkt einen Neuaustrieb, der etwa nach 4 Wochen abgeschlossen ist. Die auf den Blättern haftenden Wassertropfen funkeln in der Sonne und geben der Pflanze einen besonderen Reiz. Der Name Frauenmantel ist auf die Form der graugrünen Blätter zurückzuführen. Alchemilla mollis blüht im Juni und eignet sich hervorragend in der Blumenbinderei für Natursträuße.
Meinhardt Schlich
Diese Veröffentlichung aus dem Haus und Garten Jahrbuch 2001 erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Landesverbands der Gartenfreunde Baden-Württemberg e.V.
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