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Im Obstgarten ist die Ernte bei Regenwetter zu vermeiden. Während der Ernte werden die Fruchtmumien wegen der Ansteckungsgefahr entfernt. Verletzte und angefaulte Früchte werden zum Sofortverbrauch separat gelagert. Das volle Aroma entwickelt sich bei vielen Apfelsorten erst nach längerer Lagerung. Die Stärke wird in Zucker umgewandelt und das Fruchtfleisch wird saftig und mürbe. Hasel- und Walnüsse werden trocken gelagert. Wellpappe, die wegen der Apfelwickler angebracht wurde, wird entfernt. Leimringe sollten wegen des Frostspanners Anfang des Monats an Bäumen und Pfählen angebracht werden. Wühlmäuse sind mittels Fallen zu bekämpfen. Bei Neupflanzungen von Obstbäumen sind Bodenverdichtungen aufzulockern. Natürliche Bodenlockerer sind Bitterlupine, Ackerbohne und Luzerne.
Im Gemüsegarten werden vor dem Frost nicht ausgereifte, auch grüne Tomaten geerntet. Dann kann man sie in temperierten Räumen nachreifen lassen. Frostgefährdete Gemüsearten werden mit Vlies geschützt und Kürbisse ins Haus geholt. Wurzelgemüse sollte solange wie möglich im Garten bleiben. Rauhreif schadet in der Regel nicht. Endivie wird ausgegraben und mit den Wurzelballen dicht an dicht, z.B. im Frühbeet gelagert und vor Frost geschützt. Anfang des Monats ist die richtige Zeit Wintersteckzwiebeln in den Boden zu bringen.
Im Ziergarten wird das Falllaub der Gehölze von den Rasenflächen entfernt. Es kann unter den Gehölzflächen gemulcht werden. Das Laub zwischen Beerenobst oder unter den Ziergehölzen ist eine natürliche Bodenbedeckung und kann dort ruhig liegen bleiben. Fällt sehr viel Laub an, wird dieses getrennt gelagert und im nächsten Jahr in kleinen Lagen kompostiert. Dahlien, Gladiolen und Knollenbegonien werden ausgegraben und nach dem Abtrocknen ins Winterquartier gebracht. Bei den Dahlien sollten Farbe und Größe mittels Etikett festgehalten werden. Kübelpflanzen ohne Schädlinge werden in kühlen, hellen Räumen überwintert. Bei Schädlingsbefall kann ein entsprechender Rückschnitt zweckmäßig sein.
Meinhardt Schlich
Stauden für den Schatten
Das Lungenkraut, Pulmonaria officinalis ist eine frühblühende Halbschattenpflanze, die sich im Mulchboden unserer Laubmischwälder auf nährstoffreichen, kalkhaltigen Böden besonders wohlfühlt. Dort vermehrt sie sich durch Selbstaussaat.
Die Vermehrung durch Teilung ist von April bis Juni möglich. Die bis 25 cm hoch werdende Staude ist für trockene Standorte ungeeignet. Verwendet wird sie gerne zur Belebung von Gehölzgruppen in Gärten und Parks. Die rauhhaarigen, am Grund oft herzförmigen Blätter sind häufig gefleckt. Die röhrig, glockigen Blüten erscheinen im März und April erst rosa, dann rot und violett, selten weiß. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Skandinavien bis Norditalien, vom Balkan bis Frankreich. Cirka 10 verschiedene Arten sind in Mitteleuropa anzutreffen, sind aber nicht immer leicht zu unterscheiden. Die Staudengärtner bieten verschiedene Arten und Sorten an, so z.B. Pulmonaria angustifolia.
Meinhardt Schlich
Diese Veröffentlichung aus dem Haus und Garten Jahrbuch 2001 erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Landesverbands der Gartenfreunde Baden-Württemberg e.V.
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