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Im Obstgarten sind die Birnen reif, wenn sie sich leicht vom Fruchtholz trennen lassen. Entgegen der Wuchsrichtung der Stiele werden die Früchte angehoben, dabei löst sich der Stiel vom Holz. Der Stiel sollte sich nicht von der Frucht lösen, deshalb muss die Ernte sehr vorsichtig durchgeführt werden. Nach wenigen Tagen sind die Früchte genussreif und für den Frischverzehr geeignet. Wird das Fruchtfleisch weich, eignen sich die Birnen zum Einkochen und Dörren. Überreif sind die Früchte, wenn sie matschig werden und sich braun verfärben. Kleinkronige Birnbäume sind auf Quitte veredelt und bringen früher hochwertige Früchte als Birnen auf Sämlingsunterlagen. Sämlingsunterlagen entwickeln sich zu großkronigen Bäumen. Im Gemüsegarten wird der Zuckermais geerntet solange die Körner noch milchig sind. Gurken werden nach Spinnmilben kontrolliert und bei Befall mit einer Seifenlösung auf der Blattunterseite zweimal im Abstand von 2 bis 3 Tagen voll benetzt. Das Wachstum bei Sellerie, Möhren und anderen Wurzelgemüsen geht weiter, trotzdem sind Ernten möglich. Der beste Erntezeitpunkt ist der späte Vormittag, da ist der Nitratgehalt am niedrigsten. Gleiches gilt bei der Ernte von Blattgemüse. Bleichsellerie und Endivie werden z.B. durch Zusammenbinden gebleicht. Mehrjährige Gewürzkräuter können geteilt und verjüngt werden. Alle Herbstgemüse werden ausreichend gewässert. Gründüngungsaussaaten sind weiterhin möglich. Im Ziergarten ist jetzt Pflanzzeit für Blumenzwiebeln. Blumenzwiebeln für Balkonkästen sind in entsprechende Behälter zu stecken, sie können dann im Frühjahr problemlos, gegebenenfalls mit dem Behälter dort ausgepflanzt werden. Der September ist geeignet, Pfingstrosen zu vermehren. Die Pflanzen werden mit einem scharfen Messer geteilt. Teile mit 3 bis 5 Triebknospen werden höchstens 4 cm tief gepflanzt. Tiefer gepflanzte treiben nicht so kräftig und es dauert oft Jahre, bis diese blühen. Die Zeit Nadelgehölze und immergrüne Laubgehölze zu pflanzen ist immer noch günstig. Sie entwickeln im noch warmen Boden ausreichend Wurzeln für das Winterhalbjahr. Wintergrüne Pflanzen assimilieren im Winter, dazu brauchen sie Wasser, sonst vertrocknen sie. Viele wintergrüne Pflanzen die braun werden, sind nicht erfroren, sie sind in der Regel vertrocknet.
Meinhardt Schlich
Stauden für den Schatten
Die Funkie oder Herzblattlilie Hosta gehört zu den dekorativsten Blattstauden. Die Pflanzen mit ihren schönen lanzettlichen, meist herzförmigen, grünen bis stahlblauen aber auch gelb‑ bzw. weißbunten Blättern sind sehr anspruchslos. Die Blütezeit der weißen bis dunkellila farbigen, glockenförmigen Blüten ist sortenbedingt von Juni bis Oktober. Fast alle Arten stammen aus Japan, einige wenige aus Korea und China. Am natürlichen Standort, aber auch in unseren Gärten bevorzugen sie halbschattige bis schattige Plätze. Der Wildpflanzencharakter dieser Staude ist allen Arten in diesem umfangreichen Sortiment eigen. Da die nicht wintergrünen Pflanzen erst spät im Frühjahr austreiben, werden sie gerne mit Frühjahrsblühern, die relativ schnell einziehen, z.B. Winterling oder Lerchensporn kombiniert. Zartlaubige Arten schmecken den Schnecken besonders gut, deshalb werden zumindest beim Austrieb Gegenmaßnahmen erforderlich.
Die Heimat des Leberblümchens sind die Laubwälder von Europa bis Ostasien. An geschützten Orten ist das Leberblümchen wintergrün, neue Blätter bilden sich nach der Blüte.
Geeignete Nachbarn sind z.B. Seidelbast/Daphne mezereum, Schneeheide/ Erica carnea, Christrose/Heleborns niger, Lerchenspom/Corycalis solida und das Waldvergi ssmei nnicht/Omphalodes vernae. In alten Katalogen war das Leberblümchen wegen der ähnlichen Blüte den Anemonen zugeordnet. Aufgrund wissenschaftlich festgestellter Unterschiede hat das Leberblümchen nun seine eigene Gattung.
Meinhardt Schlich
Diese Veröffentlichung aus dem Haus und Garten Jahrbuch 2001 erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Landesverbands der Gartenfreunde Baden-Württemberg e.V.
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