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Im Obstgarten werden die abgeernteten Himbeerruten entfernt. Je nach Sorte werden 9 bis 12 Jungpflanzen pro Meter am Stützgerüst angebunden. Bei überaltertem Beerenobst ist häufig die Rotpustelkrankheit festzustellen. Befallene Zweige sollten beim sommerlichen Auslichtungsschnitt entfernt oder ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Allgemein sollten mit Rotpustel befallene Pflanzenteile nicht gehäckselt oder kompostiert werden. Rote Apfelsorten färben sich besser, wenn mittels Sommerschnitt die Früchte mehr Licht bekommen.
Im Gemüsegarten wird Anfang des Monats Spinat, Feldsalat und Petersilie ausgesät. Ende des Monats ist die Aussaat von Radieschen, Winterportulak und Löffelkraut möglich. Gurken werden regelmäßig geerntet um einen weiteren Fruchtansatz zu fördern. Maschendrahtgeflecht oder Baustahlgewebe eignen sich als Gurkenspalier. Starkzehrende Gemüsearten wie Rosenkohl und Sellerie sollten zum letzten Mal gedüngt werden. Frisch geerntete Zwiebeln bleiben mit dem Laub auf dem Beet ausgebreitet. Sind diese ausreichend abgetrocknet, werden sie von Erde gesäubert und in Kisten gelagert, gegebenenfalls als Zöpfe aufgehängt. Zucchini über 15 cm Länge sind nicht so schmackhaft und sollten deshalb vorher geerntet werden. Mit Gemüsenetze sollten Rettich und Radieschen sowie Chinakohl und Lauch vor Schädlingen geschützt werden. Tomaten werden wegen der Braunfäule nur von unten gegossen. Es ist darauf zu achten, daß die Blätter möglichst trocken bleiben.
Im Ziergarten sollte bei hochsommerlicher Hitze der Rasen nur in den frühen Morgenstunden gewässert werden. Der Boden ist abgekühlt und kann das Wasser besser aufnehmen. Ebenso sollten am frühen Morgen die Schnittblumen für die Vase geerntet werden. Ehe die Schnittblumen in die Vase gestellt werden, sollten diese frisch angeschnitten werden. Wird das Vasenwasser täglich gewechselt, halten die Blumen länger. Trockenblumen werden kurz vor der Hochblüte geerntet und im Schatten getrocknet. Mitte des Monats können bereits Nadelgehölze gepflanzt oder umgepflanzt werden. Streng gezogene Hecken werden ein letztes Mal geschnitten. Balkonpflanzen können noch durch Stecklinge vermehrt werden. Für Madonnenlilie, Kaiserkrone, Herbstzeitlose und Iris ist Pflanzzeit.
Meinhardt Schlich
Stauden für den Schatten
Das Leberblümchen, Hepatica nobilis ist als schwachwachsende Schattenpflanze insbesondere für kleinere Pflanzenflächen geeignet. Kalkhaltiger Waldhumusboden und halbschattiger bis schattiger Standort sind ideale Voraussetzungen für eine Vor‑ und Zwischenpflanzung bei Gehölzen. Bei idealen Voraussetzungen sät sich das Leberblümchen am natürlichen Standort selbst aus und sorgt so für seine Verbreitung. Die Vermehrung der Gartenformen erfolgt in der Regel, insbesondere bei den gefüllt blühenden Arten durch Teilung.
Die Heimat des Leberblümchens sind die Laubwälder von Europa bis Ostasien. An geschützten Orten ist das Leberblümchen wintergrün, neue Blätter bilden sich nach der Blüte.
Geeignete Nachbarn sind z.B. Seidelbast/Daphne mezereum, Schneeheide/ Erica carnea, Christrose/Heleborns niger, Lerchenspom/Corycalis solida und das Waldvergi ssmei nnicht/Omphalodes vernae. In alten Katalogen war das Leberblümchen wegen der ähnlichen Blüte den Anemonen zugeordnet. Aufgrund wissenschaftlich festgestellter Unterschiede hat das Leberblümchen nun seine eigene Gattung.
Meinhardt Schlich
Diese Veröffentlichung aus dem Haus und Garten Jahrbuch 2001 erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Landesverbands der Gartenfreunde Baden-Württemberg e.V.
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