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Im Obstgarten werden die Erdbeeren unter Schonung der Herzblätter von altem Laub befreit, sie treiben kräftig durch und sind im Winter widerstandsfähiger. Bei gesunden Mutterpflanzen wird auf diese Maßnahme verzichtet. Überzählige Triebe beim Beerenobst werden nach der Ernte entfernt. Ein Sommerschnitt verbessert die Versorgung der verbleibenden Triebe und Blütenknospen.
Im Gemüsegarten kann der größte Teil der im Vormonat genannten Gemüsearten noch ausgesät werden. Auch Buschbohnen, Winterrettich, gelbe und rote Rüben. Werden die abgeemteten Beete nicht neu bepflanzt, ist eine Gründüngung sinnvoll. Die Gründüngung fördert das Bodenleben und die Taubildung, außerdem ist die Gründüngung ein guter Humuslieferant. Tagetes als Gründüngung reduziert den Nematodenbefall bei Möhren. Mähgut vom Rasen als Mulch zwischen den Gemüsekulturen reduziert die Wasserverdunstung und Bodenverkrustung. Beim Gießen, am besten vor dem Mulchen, ist darauf zu achten, dass ausreichend gegossen wird, 10 ‑ 15 l/qm ist die richtige Menge.
Im Ziergarten können Forsythien, Liguster, Flieder und Zierquitte durch Stecklinge vermehrt werden. Beim Rasenmähen ist darauf zu achten, dass bei Hitzeperioden die Grashalme nicht unter 6 cm Länge geschnitten werden. Diese beschatten den Boden und verhindern in der Regel das Verbrennen bei Trockenheit. Frühjahrsblühende Gehölze wie Zierquitte und Blutjohannisbeere werden nach der Blüte geschnitten, brütende Vögel dürfen allerdings nicht gestört werden. Frühjahrsblühende Stauden werden geteilt und verjüngt. Herbstblühende Zwiebelpflanzen, z.B. Herbstkrokus, müssen sofort in die Erde gesteckt werden, sollen sie in diesem Jahr noch blühen. Zweijährige Sommerblumen wie die Marienglockenblume können noch ausgesät werden, vereinzelt wird im Herbst. Pelargonien, auch Duftpelargonien, können durch Stecklinge vermehrt werden, ebenso Forsythien, Wandelröschen und Schönmalve.
Meinhardt Schlich
Stauden für den Schatten
Der Waldmeister, Gallium oderatum ist die einzige Art dieser Gattung, die als Schattenpflanze empfohlen werden kann. Der Waldmeister grünt und blüht unter Bäumen und niederem Gesträuch. Er sollte als starkwuchernde Staude nicht schwachwüchsigen Arten zugeordnet werden. Mit heimischen Schatten pflanzen, wie das Buschwindröschen/Anemone nemerosa, dem Maiglöckchen/Convalleria majalis, dem Märzenbecher/Leucojum vernum, dem Schneeglöckchen/Galanthus nivalis und der Hainsimse/Luzula nivea bzw. Luzula silvatica kann im Vorfrühling eine reizvolle Pflanzen‑ die Laubmischwälder in Nord‑ und Mittelgemeinschaft kombiniert werden. In größeren Gärten eignen sich auch verschiedene Farne, die in Gruppen zwischen den Waldmeister gepflanzt werden. Der Waldmeister wird am besten durch Teilung vermehrt. Die Heimat des Waldmeisters sind die Laubmischwälder in Nord‑ und Mitteleuropa, in Sibirien und Nordafrika.
Meinhardt Schlich
Diese Veröffentlichung aus dem Haus und Garten Jahrbuch 2001 erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Landesverbands der Gartenfreunde Baden-Württemberg e.V.
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